Was der Effektivzins ist
Der Effektivzins (auch effektiver Jahreszins) drückt aus, was ein Kredit insgesamt pro Jahr kostet — gerechnet auf den Kreditbetrag und in Prozent ausgewiesen.
Er ist nach der Preisangabenverordnung (PAngV) Pflichtbestandteil jedes Kreditangebots in Deutschland und ermöglicht es Verbraucherinnen und Verbrauchern, unterschiedliche Angebote sinnvoll zu vergleichen.
Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins
Der Sollzins (früher Nominalzins) beschreibt allein die Verzinsung des Kreditbetrags, ohne weitere Kosten.
Der Effektivzins berücksichtigt zusätzlich verpflichtende Kosten, die mit dem Kredit verbunden sind. Dadurch ist er meist höher als der Sollzins.
Was im Effektivzins enthalten ist
Typischerweise fließen Bearbeitungsgebühren (sofern zulässig), Vermittlungskosten, bestimmte Versicherungsbeiträge (wenn sie Voraussetzung für den Kredit sind) sowie der Zinszahlungsrhythmus in die Berechnung ein.
Optionale Zusatzleistungen, die nicht für den Kreditabschluss erforderlich sind, müssen nicht enthalten sein.
Warum der Effektivzins für Vergleiche wichtig ist
Allein der Sollzins reicht für einen sinnvollen Vergleich nicht aus, da unterschiedliche Kreditangebote unterschiedliche Nebenkosten enthalten können.
Der Effektivzins fasst diese Kosten zusammen und liefert eine einheitliche Vergleichsgröße — aber immer in Bezug auf das konkrete Angebot, nicht als persönliche Garantie.
Repräsentativbeispiel
Werbeanzeigen für Kredite müssen ein sogenanntes repräsentatives Beispiel angeben, das beschreibt, welchen Effektivzins ein typischer Antragsteller realistisch erwarten kann.
Das tatsächlich angebotene Konditionen können davon abweichen, abhängig von Bonität, Laufzeit und Kreditbetrag.